Satz­zei­chen direk­te Rede – die 5 wich­tigs­ten Regeln

Satzzeichen in der direkten Rede richtig zu setzen, ist gar nicht so einfach. Besonders im Zusammenhang mit anderen Satzzeichen ist bei der direkten Rede Vorsicht geboten. Wir erklären hier Schritt für Schritt, welche Satzzeichen die direkte Rede benötigt und wie man sie richtig setzt. Zuerst etwas Wichtiges vorweg: Die direkte Rede beginnt immer mit einem Grossbuchstaben. Immer, Ehrenwort! Ausnahmsweise gibt es da keine Ausnahme. ;-)
Satzzeichen direkte Rede – die 5 wichtigsten Regeln

Wozu ver­wen­det man die direk­te Rede?

Die direk­te Rede bezie­hungs­wei­se die wört­li­che Rede ist ein beson­de­res Stil­mit­tel und wird in Tex­ten mit bestimm­ten Satz­zei­chen klar kennt­lich gemacht.

Sie wird nicht nur in Zei­tun­gen ver­wen­det, wenn Gespro­che­nes haar­ge­nau wie­der­ge­ge­ben wird, auch in Roma­nen und Geschich­ten wer­den mit der direk­ten Rede Unter­hal­tun­gen zwi­schen Prot­ago­nis­ten wie­der­ge­ge­ben. In Inter­views oder in wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten fin­det die direk­te Rede eben­falls Ver­wen­dung, wenn Fach­per­so­nen wört­lich zitiert wer­den.

Satz­zei­chen direk­te Rede

Aber wel­che Satz­zei­chen wer­den nun ver­wen­det, um die direk­te Rede zu signa­li­sie­ren? Ein wich­ti­ges Satz­zei­chen bei der direk­ten Rede sind die Anfüh­rungs­zei­chen. Sie zei­gen das wört­li­che Zitat an, das jemand gesagt hat. Alles ande­re, was ein­lei­tend oder beschrei­bend ist, nennt man Begleit­satz. Auch der Dop­pel­punkt hat eine wich­ti­ge Rol­le: Er kün­digt das Zitat an. Dane­ben gibt es noch das Kom­ma. Es dient dazu, das Zitat mit einem Begleit­satz zu unter­bre­chen oder etwas Beschrei­ben­des (eben­falls als Begleit­satz) anzu­fü­gen.

Je nach­dem, wie der Satz auf­ge­baut ist, sind die Regeln für die Satz­zei­chen der direk­ten Rede ver­schie­den. Wir unter­schei­den 5 ver­schie­de­ne Satz-Arten:

  1. Begleit­satz / direk­te Rede
    Meis­tens han­delt es sich bei der direk­ten Rede um einen Begleit­satz, gefolgt von der direk­ten Rede. Hier­bei spielt der Dop­pel­punkt eine wich­ti­ge Rol­le. Er kün­digt die direk­te Rede nach dem Begleit­satz an.
    Der Leh­rer sag­te: «Wenn ihr den Auf­satz fer­tig habt, könnt ihr in die Pau­se gehen.»
    Der Leh­rer schrie: «Setzt euch!»
    Der Leh­rer frag­te: «Wer weiss die Haupt­stadt von Ita­li­en?»
    Die Satz­zei­chen wie Punkt, Aus­ru­fe­zei­chen oder Fra­ge­zei­chen gehö­ren hier zur direk­ten Rede. Des­halb ste­hen sie inner­halb des Anfüh­rungs­zei­chens.

Ist der Begleit­satz aber eine Fra­ge oder ein Befehl/Ausruf, muss das Satz­zei­chen nach dem Anfüh­rungs­zei­chen gesetzt wer­den:
Wer dach­te heu­te Mor­gen: «Ich gehe heu­te nicht mit dem Hund raus»?
Der Punkt am Ende der direk­ten Rede ent­fällt.

Sind bei­de, Begleit­satz und direk­te Rede, eine Fra­ge oder ein Befehl/Ausruf, dann wer­den die Satz­zei­chen am Ende der jewei­li­gen Sät­ze bei­be­hal­ten:
Geht nach draus­sen und fragt die Pas­san­ten: «Wie füh­len Sie sich?»!
Wer dach­te: «Gibt es auch flie­gen­de Pfer­de?»?

Die­se Vari­an­te soll­te jedoch ver­mie­den wer­den, weil sie fürch­ter­lich aus­sieht. In die­sem Fall bes­ser einen ande­ren Satz wäh­len oder bei­spiels­wei­se mit «ob» for­mu­lie­ren:
Wer dach­te, ob es auch flie­gen­de Pfer­de gibt?

2. Direk­te Rede / Begleit­satz
Hier ver­än­dern sich die Satz­zei­chen bei der direk­ten Rede. Der Dop­pel­punkt ver­schwin­det, das Kom­ma trennt die direk­te Rede vom Begleit­satz. Aus­ru­fe­zei­chen und Fra­ge­zei­chen blei­ben erhal­ten, um eine Fra­ge oder einen Aus­ruf zu signa­li­sie­ren, der Punkt bei der direk­ten Rede fällt jedoch weg.
«Der Gewin­ner bekommt den Pokal», sagt der Trai­ner.
«Gut gemacht, Max!», jubelt sei­ne Mut­ter.
«War der Ball im Tor?», woll­te Max wis­sen.

3. Direk­te Rede / ein­ge­scho­be­ner Begleit­satz / Fort­set­zung direk­te Rede
In die­sem Fall wird der Begleit­satz vor­ne und hin­ten mit Kom­mas von der direk­ten Rede abge­trennt. Punkt, Fra­ge- oder Aus­ru­fe­zei­chen am Ende der wört­li­chen Rede wer­den vor das Anfüh­rungs­zei­chen gesetzt, da sie zum Zitat gehö­ren.
«Ihre Toch­ter», sagt der Poli­zist, «wur­de heu­te beim Steh­len erwischt.»
«Fräu­lein», brüll­te die Mut­ter, «du gehst sofort auf dein Zim­mer!»

4. Begleit­satz / direk­te Rede / Fort­set­zung Begleit­satz
Hier fin­det wie­der der Dop­pel­punkt Ver­wen­dung. Die Satz­zei­chen der direk­ten Rede wie Fra­ge- und Aus­ru­fe­zei­chen blei­ben bestehen. Der Punkt wird jedoch weg­ge­las­sen.
Wenn der Leh­rer sagt: «Ihr habt heu­te kei­ne Haus­auf­ga­ben», dürft ihr draus­sen spie­len.
Wenn Reto noch ein­mal fragt: «Sind wir end­lich da?», dreh ich durch!

5. Ver­schmel­zung von Begleit­satz und direk­ter Rede
Die­ser Fall ist sehr ähn­lich wie der vor­he­ri­ge. Auch hier ist die direk­te Rede vom Begleit­satz umschlos­sen. Sie ver­schmilzt jedoch mit ihm. Des­halb ver­schwin­det der Dop­pel­punkt, also die kla­re Tren­nung zwi­schen Begleit­satz und direk­ter Rede. Auch das Kom­ma nach der direk­ten Rede wird weg­ge­las­sen. Aus­ru­fe- und Fra­ge­zei­chen wer­den wei­ter­hin gesetzt.
Das ner­ven­de «Sind wir end­lich da» treibt mich in den Wahn­sinn.
Wenn er noch­mals «Sind wir schon da?» fragt, keh­ren wir um.
Wenn sie noch ein­mal «Macht eure Haus­auf­ga­ben!» schreit, geh ich nach Hau­se.

  • Fazit zu Satz­zei­chen bei direk­ter Rede
  • Hier das Wich­tigs­te noch­mals für Sie zusam­men­ge­fasst:
  • Die direk­te Rede wird immer von Anfüh­rungs­zei­chen «…» umschlos­sen.
  • Meis­tens steht vor der direk­ten Rede ein Dop­pel­punkt, aus­ser der Begleit­satz und die direk­te Rede ver­schmel­zen mit­ein­an­der.
  • Die direk­te Rede fängt immer mit einem Gross­buch­sta­ben an.
  • Wäh­rend der Punkt bei der direk­ten Rede oft weg­fällt, blei­ben Fra­ge­zei­chen und Aus­ru­fe­zei­chen grund­sätz­lich bestehen. Die Kom­bi­na­ti­on fol­gen­der Satz­zei­chen gibt es also nicht: .»? / .»!
  • Sehr unschön, aber den­noch rich­tig kön­nen die fol­gen­den Kom­bi­na­tio­nen sein: ?»? / !»? / !»! / ?»! (Wenn mög­lich, soll­ten sie ver­mie­den wer­den.)

Aber wel­che Satz­zei­chen braucht man, wenn man inner­halb einer direk­ten Rede etwas her­vor­he­ben möch­te, den Namen eines Thea­ter­stücks, Buchs oder Films erwähnt oder man etwas mit einer gewis­sen Iro­nie sagen will? Man ver­wen­det das soge­nann­te ein­fa­che Anfüh­rungs­zei­chen ‹…› .
Fritz beton­te im Unter­richt: «Ich habe ‹Der Besuch der alten Dame›  gele­sen, ich schwö­re es!»
«Die Eng­län­der sind an der EM ja ‹nur›  auf dem zwei­ten Platz gelan­det», sagt Anna.

Und übri­gens: Haben Sie gewusst, dass in Deutsch­land, Däne­mark und Öster­reich die Anfüh­rungs­zei­chen anders­her­um ver­wen­det wer­den? Die Spit­zen zei­gen in die­sen Län­dern näm­lich nach innen.
Fritz beton­te im Unter­richt: »Ich habe ›Der Besuch der alten Dame‹  gele­sen, ich schwö­re es!«
Natür­lich ist das nicht der ein­zi­ge Unter­schied bezüg­lich Schreib­wei­sen in der Schweiz und ande­ren Län­dern wie Deutsch­land oder Öster­reich. Das ist aber wie­der ein ganz ande­res The­ma.

Kom­men wir zurück zu unse­ren Satz­zei­chen bei direk­ter Rede in der Schweiz. Alles in allem sind wir uns bestimmt einig, dass die regel­kon­for­me Anwen­dung der Satz­zei­chen bei direk­ter Rede nicht immer ganz ein­fach ist. Wir hof­fen aber, dass wir Ihnen mit den obi­gen Erläu­te­run­gen hel­fen konn­ten, etwas Licht ins Dun­kel zu brin­gen. Und falls Sie den­noch wei­te­re Unter­stüt­zung brau­chen, hel­fen wir Ihnen vom Ent­le­bu­cher Medi­en­haus ger­ne dabei, Ihren Aus­sa­gen die rich­ti­gen Zei­chen zu ver­lei­hen. Kon­tak­tie­ren Sie uns ein­fach per E‑Mail an info@e‑medienhaus.ch oder per Tele­fon unter 041 485 85 85. Wir freu­en uns auf Sie!

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