Ist eine Onlinewerbung ökologischer als ein Zeitungsinserat?

Digitale Werbung gilt oft als sauber, gedruckte Werbung als Klimasünder. Doch ganz so einfach ist es nicht. Die Life-Cycle-Assessment-Studie des Öko-Instituts Freiburg (D), die in Zusammenarbeit mit dpsuisse entstand, zeigt dies klar. In vielen Fällen schneidet gedruckte Werbung ökologisch besser ab als digitale Formate.
Print oder digital? Die Umweltbilanz von Werbung hängt von vielen Faktoren ab – nicht nur vom gewählten Kanal.
Print oder digital? Die Umweltbilanz von Werbung hängt von vielen Faktoren ab – nicht nur vom gewählten Kanal.

Print versus digital: Das Ergebnis überrascht

Der Grund ist simpel. Ein Inserat in der Zeitung braucht nach Druck und Auslieferung praktisch keine zusätzliche Energie mehr. Es wird gelesen, weitergegeben oder liegt noch auf dem Küchentisch, während der Kaffee längst kalt ist.

Digitale Werbung dagegen verbraucht bei jeder Ansicht erneut Energie durch Rechenzentren, Server, Datenübertragung und das Endgerät des Nutzers. Besonders die animierten Werbeformate treiben den Energieverbrauch zusätzlich in die Höhe.

Natürlich verursacht auch Print Emissionen, vor allem bei Papierherstellung und Druck. Diese lassen sich jedoch mit nachhaltigen Papieren und erneuerbaren Energien deutlich senken.

Entscheidend ist auch die Nutzungsdauer. Während längeres und mehrmals Lesen eines Inserats die Umweltbilanz nicht verschlechtert, steigen bei digitalen Werbemitteln die Emissionen mit jeder zusätzlichen Sekunde.

Die Erkenntnis: Nachhaltigkeit ist keine Frage von «digital oder gedruckt», sondern von Produktion, Gestaltung und Nutzung. Ein Zeitungsinserat darf also durchaus mit gutem Gewissen geschaltet werden.

Studie zur Ökobilanz von Print- und Onlinewerbung

Die vollständige Life-Cycle-Assessment-Studie des Öko-Instituts Freiburg und von dpsuisse kann hier nachgelesen werden: dpsuisse.ch

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